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Schülerstimmen
Über die Orientierungsstufe zum Medizinstudium Ich heiße Ismahan Asmar, bin 19 Jahre alt und hier in München geboren. Mein Name zeigt aber schon, daß ich nicht deutscher Abstammung bin. Mein Vater ist aus Palästina und meine Mutter aus Süd-Korea. Meine Eltern beherrschen die deutsche Sprache meiner Meinung nach sehr gut, und ich kann von Glück sprechen, daß sie so viel Wert auf meine Schulausbildung (und auch auf die meiner Geschwister) gelegt haben. Mein Vater hat mich immer da aufgebaut, wo ich verzweifelt aufgegeben hätte. Meine Mutter saß Nächte lang mit mir am Schreibtisch und half mir da, wo sie konnte. Wie man sieht, nicht umsonst. Ohne meine Eltern würde ich nicht da stehen, wo ich heute stehe. Die Unterstützung der Eltern ist für Kinder und Jugendliche sehr wichtig und ist maßgebend für ihre Entwicklung, sowohl im Privaten, wie auch in der Schule. Nur in der Schule sind Mutter und Vater nicht anwesend. Dafür aber Lehrer, Lehrerinnen, Schulleiter und Schulleiterinnen. Die erste Schule, die ich besucht habe, war die Deutsch-Islamische Schule in Freimann (dort besuchte ich auch den Kindergarten). Ich lernte alle Fächer, die es gab, in deutscher und arabischer Sprache. Nach der zweiten Klasse wechselte ich an die Grundschule an der Kafkastraße. Ich hatte anfangs Probleme, mich richtig auszudrücken und war entmutigt, da die Zeugnisse ab der 3. Klasse nicht mehr voller 1en waren, sondern sich auch 2er und 3er eingeschlichen hatten. So hatte ich das Gefühl, von einer Musterschülerin in der arabischen Schule zu einer Durchschnittsschülerin in der deutschen Schule geworden zu sein. Dieses Gefühl war für mich damals niederschmetternd. Es hat mich gelehrt, daß man, wenn man etwas erreichen will, dafür kämpfen muß. Aber man braucht auch Rückendeckung. Diese hatte ich in der Grundschule aber nicht. In meinem Übertrittszeugnis der 4.Klasse stand in meinem Gesamturteil: Auf Grund der Feststellung unter Nr. 1-3 (1. Jahresfortgangsnoten, 2. Gesamtdurchschnittsnote: 3,00, 3. Pädagogisches Wortgutachten) ist die Schülerin für den Besuch der Hauptschule geeignet. Mir schwebte aber eine berufliche Tätigkeit vor, für die ich den Abschluß des Gymnasiums brauchte. Durch Informationsabende sind wir dann auf die Orientierungs-stufe gekommen. Meine Eltern haben mich dort angemeldet, und mir wurde durch das Losverfahren der Besuch der OST genehmigt.
Diese zwei Jahre sind mir von meiner Schullaufbahn am besten in Erinnerung, v.a. auch weil es die schönsten zwei Schuljahre waren. Denn ohne die pädagogische Unterstützung meiner Lieblingsschulleiterin, Frau Taubenbenberger, und meiner Lehrer und Lehrerinnen hätte ich das Werner-von-Siemens-Gymnasium später nicht besuchen können, und dann würde ich heute nicht im zweiten Semester Medizin studieren.
Übrigens, ich habe bis heute die Namen meiner Lieblingslehrer und Lieblingslehrerinnen nicht vergessen. Das waren Frau Feder, Frau Zöller, Frau Maderer, Frau Bürck, Frau Zechmeister, Herr Syha und Herr Mayer. Diese werden mir immer in Erinnerung bleiben, denn mit ihnen hat die Schule richtig Spaß gemacht. Durch das Engagement der Erzieher haben sich die Schüler für das ihnen Beizubringende interessiert. Bei Problemen, ob schulisch oder privat, war immer eine Ansprechperson zur Stelle. Mein Glück war es, daß Frau Taubenberger außer meiner Schulleiterin auch meine Ethiklehrerin war. Ihre Ruhe und Güte hat unserer Klasse gut getan, und wir gingen am liebsten in unsere Ethikstunde. Frau Taubenberger war auch immer diejenige Person, die mich 100%ig unterstützt hat, egal in welcher Situation.
Als es fraglich war, ob ich ein Gymnasium besuchen kann, war ihr Kommentar (ungefähr): Wenn jemand unbedingt das Gymnasium besuchen will und so ehrgeizig ist wie Ismahan, dem sollten wir nicht im Weg stehen.
Und bis heute hat sich da nichts geändert. Ich habe im Juli 97 mein Abitur gemacht. In der 13. Klasse war ich Schülersprecherin des WvS-Gymnasiums und Organisatorin der Schulparties. Dadurch bin ich wieder enger in Kontakt zu Frau Taubenberger gekommen. Eine so herzliche Frau wie sie verleiht der Schule einen wundervollen Ruf, und ich empfehle jedem, der über seinen schulischen Werdegang nicht schlüssig ist, diese Schule in Erwägung zu ziehen. Denn diese Schule tut jedem gut.
Zum 25jährigen Bestehen der Ori Im Schuljahr 1974/75 kam ich in die 5.2 der Ori, die ein Jahr vorher als Pilotprojekt ins Leben gerufen wurde. Da ich knapp am nötigen Durchschnitt zur Aufnahme ins Gymnasium scheiterte, war dies für mich die beste Lösung. Zu dieser Zeit war es ein ungeheuerliches Glück, im Losverfahren in die Ori aufgenommen zu werden. Ich persönlich finde, daß für ein 10 11jähriges Kind der Leistungsanspruch im Gymnasium einfach zu gewaltig ist. Die einzige Alternative, die es vorher gab, war die Hauptschule. Die Orientierungsstufe ist in meinen Augen das BESTE was einem Kind passieren kann. Durch die Einteilung in die verschiedenen Leistungskurse (A, B, C), die ja dem Leistungsanspruch der weiterführenden Schulen entsprechen, konnte man sich wirklich orientieren. So konnte man die Stärken und Schwächen in den einzelnen Fächern sehr gut erkennen. Da das Bildungsniveau zwischen Gymnasium und Hauptschule so ein enormes Gefälle aufweist, verstehe ich nicht, warum man die 5./6. Klasse nicht allgemein durch eine Orientierungsstufe überbrückt. Da der Leistungsanspruch immer mehr steigt, sollte man den Kindern, die nicht den benötigten Durchschnitt zum Übertritt ins Gymnasium aufweisen, eine Chance geben. Mittlerweile bin ich Mutter einer 9jährigen Tochter, die nächstes Jahr vor dem selben Problem stehen wird. So hoffe ich sehr, daß die Ori auch weiter bestehen bleibt bzw. noch weiter verbreitet wird. Wir sollten unseren Kindern nicht Türen verschließen, die für ihre berufliche Entwicklung nötig sind. Jetzt wissen wir ja auch, daß eine gute Schulbildung der Schlüssel für die Zukunft ist!
Meine zwei Jahre an der Orientierungsstufe Rückblickend kann ich nur sagen, daß die Jahre 1990 1992 an der Orientierungsstufe für mich zum Vorteil waren. Die Einteilung in verschiedene Kurse stellt die Schüler nicht unter großen Leistungsdruck. Meiner Meinung nach fördern die Kurse die Lernbereitschaft. Ein zielstrebiger Schüler, der zum Beispiel im B-Kurs ist, wird durch den ihm höherstehenden A-Kurs so beeinflußt, daß er automatisch mehr Interesse am Unterricht gewinnt, weil es den Menschen in der Natur liegt, sich zu bessern und Fortschritte zu machen. Der Ehrgeiz, den viele Schüler haben, aber noch nicht benutzen, wird in diesen zwei Jahren angetrieben und zum Vorschein gebracht. Wenige wollen freiwillig der Letzte sein und im C-Kurs sitzen. Außerdem wird den Schülern eine gewisse Selbständigkeit anerzogen. In der 5. und 6. Klasse bzw. im Alter von elf bis dreizehn Jahren kommen die Schüler in die Pubertät, und hier ist die Selbständigkeit, die ihnen an der Orientierungsstufe gegeben wird, genau richtig, um anzufangen, ihre Persönlichkeit selbständig und selbstbewußt zu entfalten. In der Hauptschule ist das Niveau zu niedrig. Die Lehrer beurteilen die Schüler, die an die Hauptschule kommen, oft als nicht lernfähig. Das Gymnasium stellt zu hohe Ansprüche, der Übergang von der Grundschule an das Gymnasium fehlt. Die Umgewöhnung auf die Arbeitsweise wird den Schülern nicht gestattet, nach dem Motto: Vogel friß oder stirb! Deswegen ist die Orientierungsstufe genau richtig, um das Lernen zu lernen. Das ist meine persönliche Sicht von der Orientierungsstufe.
Alles hat ein Ende ....? Ich möchte mich kurz vorstellen: Mein Name ist Marion Boda. 1977 aus der Grundschule flügge geworden, war meine gesamte Familie, was meine schulische Laufbahn betraf, etwas orientierungslos. Orientierungslos? Das war die Idee: Orientierung wie Orientierungsstufe Los wie Losverfahren Über das Losverfahren kam ich schließlich zur Orientierungsstufe und startete dort in der 5. und 6. Klasse durch verschiedene Kurse. Zum 5 Jahres-jubiläum der Orientierungsstufe durfte ich als Schul-sprecherin sogar ins Fernsehen. Tja, und danach? Letztlich gings doch aufs Gymmi. Dort hielt ich mich wacker bis zum Abitur. Und jetzt? Ehrlich gesagt, ich habe die Fronten gewechselt. Nun bin ich Lehrerin (in der Grundschule) und Schulpsychologin. Jetzt habe ich jede Menge orientierungsloser Viertklässler. Über die Orientierungsstufe zu einer Firma für Vermögensanlage
Seit Studienabschluß berufliche Tätigkeit bei der H.C.M. (Hypo Capital Managment), einer Firma für Vermögens-anlage etc.; Dort u.a. für die optische Gestaltung diverser Printer-zeugnisse der H.C.M. verantwortlich; Darüber hinaus Betreuung der internen EDV-Anlage und maßgebliche Beteiligung an dem Erscheinungsbild der H.C.M. im Internet.
Eine interessante Unterrichtsstunde!
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Die Seite des Freundeskreises der Orientierungsstufe München-Neuperlach e.V. |
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